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Von den Daten zur Veröffentlichung: Wichtige Erkenntnisse zur optimierten Berichterstattung über Treibhausgasemissionen

15. Oktober – Grafik nach der Veranstaltung von SM

Zusammenfassung des Webinars: Daten zu sammeln reicht nicht aus

Wie werden verstreute Aktivitätsdaten zu nachvollziehbaren Treibhausgasangaben? Diese Frage stand im Mittelpunkt des Webinars “Von den Daten zur Offenlegung: Rationalisierung der Treibhausgasberichterstattung” auf 15. Oktober 2026.

Die SIERA In der „Impact Series“-Veranstaltung ging es um eine Herausforderung, die vielen Organisationen bekannt ist: Informationen zu Strom, Kraftstoff, Transport und eingekauften Waren sind über verschiedene Teams, Standorte, Dateien und Systeme verstreut. Bevor diese Informationen für eine Offenlegung genutzt werden können, müssen sie zusammengetragen, überprüft und nach einer einheitlichen Methode berechnet werden.

Die zentrale Botschaft der Veranstaltung war klar: Eine gute Treibhausgasbilanz beginnt schon lange vor dem Abschlussbericht. Dazu braucht es klare Zuständigkeiten, festgelegte Berichtsgrenzen, nachvollziehbare Quelldaten und dokumentierte Berechnungen. Digitale Tools können diese Arbeit unterstützen. Sie können jedoch weder das fachliche Urteilsvermögen ersetzen noch unvollständige und widersprüchliche Informationen von selbst auflösen.

Warum Emissionsdaten über die reine Offenlegung hinaus wichtig sind

Ein Treibhausgasinventar dient nicht nur der Berichterstattung. Es kann auch aufzeigen, wo Emissionen entstehen und welche möglichen Veränderungen einer genaueren Untersuchung bedürfen.

Im Webinar wurde dies anhand eines Beispiels aus dem Anlagenbereich veranschaulicht. Wenn an einem Standort ungewöhnlich hohe Emissionen im Zusammenhang mit dem Stromverbrauch auftreten, können die Anlagen- und Finanzteams gemeinsam den Verbrauch, die Betriebszeiten und die Kosten unter die Lupe nehmen. Anschließend können sie beurteilen, ob sich eine betriebliche Anpassung oder eine Investition lohnen würde.

Das gleiche Prinzip gilt für Transport und Beschaffung. Eine bessere Transparenz kann auf vermeidbaren Kraftstoffverbrauch oder Einkaufskategorien hinweisen, die erheblich zu den Emissionen beitragen. Daten allein garantieren jedoch weder Emissionsminderungen noch Kosteneinsparungen. Sein Nutzen liegt darin, Teams dabei zu helfen, Optionen zu vergleichen und Entscheidungen mit Fakten zu untermauern.

Vier Herausforderungen zwischen Daten und Offenlegung

In der Sitzung wurden häufige Schwierigkeiten bei der Berichterstattung über Treibhausgasemissionen in vier miteinander verbundene Bereiche unterteilt:

Herausforderung Was passiert während der Berichterstattung? Im Webinar besprochener Ansatz
Zersplitterte Daten Die Informationen sind über verschiedene Abteilungen, Standorte, E-Mails und Tabellen verteilt Sammle es in einer gemeinsamen, strukturierten Umgebung
Umfangreiche manuelle Arbeit Teams übertragen Zahlen, prüfen Formeln und gleichen Dateien ab Automatisiere wiederkehrende Berechnungen und Überprüfungen, wo es sinnvoll ist
Inkonsistente Eingaben Einheiten, Annahmen und Emissionsfaktoren variieren Formate, Methoden und Zuständigkeiten festlegen
Fehlende Beweise Die Herkunft einer Figur lässt sich später nur schwer rekonstruieren Unterlagen zur Dokumentation von Aufzeichnungen, Annahmen und Genehmigungen während der Datenerhebung

Scope-3-Emissionen kann besonders anspruchsvoll sein. Unternehmen sind oft auf Informationen von Lieferanten angewiesen, und die Daten kommen nicht immer zur gleichen Zeit oder in gleicher Qualität an. Eine glaubwürdige Berichterstattung muss diese Lücken sichtbar machen, anstatt sie zu verschleiern.

Lege den Berichtsbereich fest, bevor du auf digitale Prozesse umsteigst

Eine der praktischen Erkenntnisse aus der Fragerunde betraf die Reihenfolge der Umsetzung. Eine Plattform kann fehlende Definitionen nicht im Namen einer Organisation festlegen. Bevor Informationen aus Tabellenkalkulationen in ein digitales System übertragen werden, sollten sich die Teams auf Folgendes einigen:

  • Welche Standorte und Aktivitäten fallen in den Berichtsbereich?.
  • Wer liefert die einzelnen Datenpunkte und wer überprüft sie?.
  • Welche Einheiten und Berichtszeiträume gelten?.
  • Wie die Emissionen berechnet werden.
  • Welche Quellen und Versionen von Emissionsfaktoren werden verwendet?.
  • Wie Schätzungen und Datenlücken ermittelt werden.

Im Webinar wurde ein schrittweiser Start empfohlen: Testet den Prozess zunächst in einigen wenigen Standorten, ermittelt Schwachstellen und weitet ihn dann aus. Das kann sinnvoller sein, als ein neues System auf einmal in allen Geschäftsbereichen einzuführen, während grundlegende Fragen noch offen sind.

Was eine zentrale Datenplattform leisten kann

Im Webinar wurde eine Softwareplattform vorgestellt, die als Kernauswirkung als Beispiel für einen zentralisierten Berichtsprozess. Die Demonstration zeigte, wie Scope-1-, Scope-2- und Scope-3-Daten in einer strukturierten Umgebung erfasst und für Berechnungen und Dashboards genutzt werden können.

Zu den besprochenen Funktionen gehörten die standardisierte Dateneingabe, Validierungsprüfungen, eine gemeinsame Berechnungslogik, Dashboards und die Möglichkeit, Belege beizufügen. Solche Funktionen können Teams dabei helfen, fehlende Informationen früher zu erkennen und Zahlen bis zu ihren Quellen zurückzuverfolgen.

Das Webinar zeigte ein praktisches Beispiel: Wenn mehrere Standorte monatliche Strom- und Brennstoffdaten übermitteln, können unterschiedliche Einheiten, veraltete Vorlagen oder Rechnungen ohne eingegebene Zahlen zu erheblichem Nacharbeitsaufwand führen. Einheitliche Eingabefelder und Prüfungen machen diese Unterschiede früher sichtbar. So bleibt mehr Zeit für die Auswertung der Ergebnisse, statt kurz vor Ablauf der Berichtsfrist noch Dateien bereinigen zu müssen.

Software allein reicht nicht aus, um eine Offenlegung für eine Prüfung vorzubereiten. Ob die geltenden Anforderungen erfüllt werden, hängt nach wie vor von der Datenqualität, dokumentierten Methoden, geeigneten Kontrollen und einer fachlichen Überprüfung ab.

Bereich 3: Fang mit einer ehrlichen Ausgangsbasis an

Wie sollten Unternehmen vorgehen, wenn Lieferantendaten fehlen? Die Antwort in den Fragen und Antworten lautete: Man solle mit den besten verfügbaren Informationen beginnen, deren Einschränkungen erläutern und die Datenqualität gezielt verbessern.

Der Redner benutzte ein ein anschauliches Beispiel mit 20 Stahllieferanten. Wenn im ersten Berichtsjahr nur fünf Lieferanten ihre eigenen Emissionsdaten vorlegen, könnten für die übrigen bezogenen Mengen geeignete Schätzwerte herangezogen werden. Die Mengen, Faktoren und Annahmen sollten dokumentiert werden, und die geschätzten Ergebnisse sollten nicht als genaue Lieferantendaten dargestellt werden.

Das Unternehmen kann dann den Lieferanten Vorrang einräumen, auf die der größte Anteil der Einkäufe entfällt. Standardisierte Datenanfragen und Überprüfungen auf fehlende Werte oder inkonsistente Einheiten können die Ausgangsbasis in den folgenden Berichtsjahren verbessern.

Das Ziel ist keine scheinbar perfekte Zahl im ersten Jahr. Es handelt sich um ein vertretbares Inventar, dessen Grenzen bekannt sind und dessen Qualität noch verbessert werden kann.

Eine einheitliche Methode bedeutet nicht, dass es nur einen Emissionsfaktor gibt

Eine weitere Frage betraf Organisationen, die in verschiedenen Regionen tätig sind. Die Stromversorgung und damit auch die entsprechenden Emissionsfaktoren können je nach Standort unterschiedlich sein.

Konsistenz bedeutet nicht, überall denselben Faktor anzuwenden. Es bedeutet, einen einheitliche Auswahlmethode für jeden Standort und jeden Berichtszeitraum einen geeigneten Faktor auszuwählen und dabei dessen Quelle, Version und Genehmigung zu dokumentieren. So bleiben regionale Unterschiede erhalten, ohne dass die Rückverfolgbarkeit oder Vergleichbarkeit verloren geht.

Sammle Beweise von Anfang an

Teams sollten nicht erst mit den Vorbereitungen für die Überprüfung beginnen, wenn der Bericht fertig ist. Im Webinar wurde empfohlen, bereits bei der Erfassung der zugrunde liegenden Daten Belege zu sammeln.

Bei den Kraftstoffemissionen von Fahrzeugflotten zum Beispiel ist die berechnete Gesamtemissionsmenge nur ein Teil der Aufzeichnungen. Auch die Kraftstoffmenge, der zugrunde gelegte Emissionsfaktor und die Belege sollten weiterhin einsehbar sein.

Wenn man diese Verbindung zwischen Quelle und veröffentlichter Zahl frühzeitig herstellt, lassen sich spätere Fragen leichter klären. Dokumentation, Überprüfung und Genehmigung sind daher keine Nachträge in letzter Minute, sondern Teil eines zuverlässigen Berichtsprozesses.

Vom Berichten zur Verbesserung

Zum Abschluss der Sitzung kam man noch einmal auf den übergeordneten Zweck der Übung zurück: Was passiert, danach Offenlegung?

Wenn die Daten über alle Berichtszeiträume hinweg konsistent sind, können Teams Trends erkennen, Emissions-Hotspots untersuchen und mögliche Maßnahmen bewerten. Außerdem können sie Emissionsdaten zusammen mit Betriebs- und Kostendaten berücksichtigen. Ein Treibhausgasinventar und ein Jahresabschluss dienen zwar nach wie vor unterschiedlichen Zwecken, doch beide können aus unterschiedlichen Perspektiven zur gleichen Entscheidung beitragen.

Die praktischen Tipps aus dem Webinar lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  1. Lege die Berichtsgrenzen und Zuständigkeiten fest.
  2. Sammle die verfügbaren Daten und bewerte deren Qualität.
  3. Dokumentiere Methoden, Einheiten und Emissionsfaktoren.
  4. Schätze fehlende Daten transparent ein und setze Prioritäten für Verbesserungen.
  5. Beziehe Nachweise und Überprüfungen in den laufenden Prozess ein.
  6. Nutze die Ergebnisse, um mögliche Maßnahmen zur Emissionsminderung zu untersuchen.

Dadurch wird aus einer wiederkehrenden Berichterstattungsaufgabe eine immer fundiertere Informationsgrundlage – für nachvollziehbare Offenlegungen und fundiertere operative Entscheidungen.

CTA

Möchtest du mehr Struktur in deine Treibhausgasdaten bringen – von der Erfassung bis zur Veröffentlichung? Dann melde dich bei SIERA um über Berichtsgrenzen, Datenqualität, digitale Arbeitsabläufe und einen schrittweisen Ansatz für die Treibhausgasbilanzierung zu sprechen.

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