Engineering For A Better Tomorrow

Vom Abfall zum Rohstoff – Aufbereitung von Bohrschlamm im Landkreis Uelzen

Der Ausbau der digitalen Infrastruktur in ganz Deutschland schreitet rasant voran. Das Horizontalbohren hat sich als bevorzugte Methode für die Verlegung von Glasfaserkabeln etabliert – schonend für den Untergrund und äußerst effizient. Doch bei diesem Verfahren entsteht ein Nebenprodukt, dessen Entsorgung lange Zeit unterschätzt wurde: Bohrschlamm. Wie dieser Abfall rechtskonform, kosteneffizient und nachhaltig entsorgt werden kann, zeigt ein Vorzeigeprojekt aus dem Landkreis Uelzen. Für Prof. Burmeier Ingenieurgesellschaft mbH (BIG) – eingebettet in die SIERA network – Dieses Projekt im Bereich Umwelttechnik ist ein überzeugendes Beispiel dafür, wie technische Innovation und das Konzept der Kreislaufwirtschaft Hand in Hand gehen können.

Das Problem: Bohrschlamm, der nirgendwo hin kann

Seit mehreren Jahren trägt das horizontale Bohren zum Ausbau des Glasfasernetzes im Landkreis Uelzen bei. Diese Methode bietet zwar klare Vorteile bei der Kabelverlegung, verursacht aber erhebliche Mengen an Bohrschlamm – ein Abfall, der den Anforderungen des Kreislaufwirtschaftsgesetzes (KrWG) unterliegt. Ohne ordnungsgemäße Aufbereitung darf er weder verwertet noch entsorgt werden.

Die Versickerung vor Ort ist genauso unzulässig wie die seit langem praktizierte Ausbringung auf landwirtschaftlichen Flächen. In einer Verordnung vom 7. August 2015 hat das Niedersächsische Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz die bisher praktizierte unkontrollierte Entsorgung von Bohrschlämmen aus Horizontalbohrungen ausdrücklich verboten. Selbst für unbelastete Bohrschlämme standen in Niedersachsen nur eine begrenzte Anzahl von Aufbereitungsanlagen zur Verfügung – was bedeutete, dass die Entsorgung mit hohen Transportkosten und erheblichen Verkehrsemissionen verbunden war.

Die Frage war klar: Wohin kommt der Schlamm?

Der Ansatz der AWB Uelzen

Die Suche nach einem rechtskonformen und verhältnismäßigen Entsorgungsweg führte die Abfallwirtschaftsbehörde des Landkreises Uelzen (AWB), um das Problem mit eigenen Mitteln anzugehen. Dank des Standortvorteils durch die eigene Deponie der Klasse II im Borg-Abfallentsorgungszentrum kann die AWB hat 2018 die Entsorgung der mineralischen Bohrschlämme vor Ort in Betracht gezogen.

Anhand einer Marktanalyse hat die AWB hat einen Technologiepartner gefunden in Max Wild, ein Unternehmen aus Baden-Württemberg, das die Aufbereitung von Bohrschlämmen mit der Rückgewinnung der Bohrflüssigkeit kombiniert. Der zweigleisige Ansatz und die genau abgestimmten Aufbereitungsprozesse haben überzeugt, da sie speziell auf die einzigartigen Eigenschaften von Bohrschlämmen zugeschnitten sind.

Neben der Senkung der Entsorgungskosten waren die positiven Auswirkungen auf die Umweltbilanz ebenso wichtig:

  • Kürzere Transportwege verringern die Verkehrsbelastung und die CO₂-Emissionen
  • Die Aufbereitung von Abfällen zur Verwertung schließt Stoffkreisläufe
  • Die Deponiekapazität wird nachhaltig erhalten

Diese Vorteile für die Umwelt haben letztendlich dazu geführt, dass der Betriebsausschuss des Bezirks die Investition im Jahr 2018 genehmigt hat. Das Projekt war mit Kosten in Höhe von 1,4 Millionen Euro für die Anlage und 400.000 € für die Infrastruktur.

Eine landesweite Premiere

Seit September 2019 ist die AWB betreibt im Borg-Abfallentsorgungszentrum eine bisher landesweit einzigartige mehrstufige Anlagenkonfiguration. Das Herzstück des Konzepts ist ein anspruchsvoller “Upcycling”-Prozess: Aus Bohrschlamm werden wertvolle Stoffströme für eine neue Verwendung gewonnen – eine Leistung, die technisch ebenso beeindruckend wie ökologisch sinnvoll ist.

Besonders erwähnenswert ist, dass die AWB arbeitet völlig energieautark. Die innovative Anlagentechnik wird ausschließlich mit selbst erzeugtem Strom aus organischen Abfällen betrieben – ein Vorzeigeprojekt für gelebte Nachhaltigkeit.

Prof. Burmeier Ingenieurgesellschaft mbH (BIG) – als Teil von SIERA – sieht in diesem Projekt ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie Umwelttechnik und ressourcenschonende Technologien gemeinsam wirksame Lösungen für komplexe Entsorgungsprobleme schaffen können.

Der Behandlungsprozess im Detail

Je nach Rückgewinnungsziel durchlaufen die Bohrspülungen verschiedene Prozessstufen. Der mehrstufige Prozess sorgt dafür, dass die wertvollen Bestandteile der Bohrspülung optimal zurückgewonnen und wiederverwendet werden:

Prozessphase Funktion
1. Bildschirmtrennung Trennung von Bohrklein
2. Zentrifuge Abscheidung grober Mineralpartikel
3a. Mischstation (optional) Herstellung von Sekundärbohrflüssigkeit
3b. Flockungsanlage & Lamellenklärbecken (optional) Partikelabscheidung
4. Konditionstraining Z. B. Herstellung von Betonsteinen oder Verbesserung der Rückgewinnungseigenschaften
5. Abwasserbehandlung Behandlung des anfallenden Prozesswassers

Durch diesen Prozess liefert die Bohrspülung wertvolle Materialströme: Die Anlage ist in der Lage, die Bohrspülung zur Wiederverwendung zurückzugewinnen und die verbleibenden mineralischen Feststoffe für weitere Verwertungszwecke aufzubereiten. Diese Prozessauslegung spiegelt deutlich die technische Exzellenz wider, die Prof. Burmeier Ingenieurgesellschaft mbH (BIG) – zusammen mit SIERA – trägt zu Projekten im Bereich der nachhaltigen Abfallwirtschaft bei.

Bedeutung für die Umwelttechnik und die Kreislaufwirtschaft

Dieses Projekt ist ein Paradebeispiel dafür, wie technische Lösungen und gesetzliche Vorgaben konstruktiv aufeinander abgestimmt werden können. Die Anlage im Entsorgungszentrum Borg zeigt, dass Kreislaufwirtschaft nicht nur ein theoretisches Konzept ist – sie lässt sich in der Praxis umsetzen und ist wirtschaftlich tragfähig. Für Prof. Burmeier Ingenieurgesellschaft mbH (BIG), tätig im Bereich der SIERA Als Netzwerk im Bereich Umwelttechnik liefert das Projekt wegweisende Erkenntnisse für eine nachhaltige Infrastrukturplanung.

Besonders wichtig ist, dass Bohrschlämme nicht mehr als Abfall mit unbekanntem Verbleib enden, sondern gezielt aufbereitet und in neue Verwertungskreisläufe zurückgeführt werden. Dieser Ansatz ist sowohl aus abfallrechtlicher als auch aus ökologischer Sicht bahnbrechend.

Ausblick: Das Potenzial ist noch nicht voll ausgeschöpft

Auch nach der Fertigstellung des Glasfasernetzes im Landkreis Uelzen bleibt die Deponie Borg als Standort für die Aufbereitung von Bohrschlamm von großer Bedeutung – und bietet damit Planungs- und Entsorgungssicherheit für andere Projektentwickler, die künftig Horizontalbohrprojekte durchführen.

Dennoch schöpft der Betrieb der Anlage derzeit noch nicht ihr volles Potenzial aus – sowohl was die Kapazitätsauslastung als auch den Ausbau der Kompetenzen im Bereich der Kreislaufwirtschaft angeht. Bohrschlämme aus horizontalen Bohrungen gelangen offenbar in vielen Fällen immer noch über unbekannte Entsorgungswege in die Umwelt. Hier besteht erhebliches Potenzial, das durch eine breitere Vernetzung und gezielte Sensibilisierung der Projektentwickler erschlossen werden könnte.

Das AWB-Uelzen-Projekt zeigt eindrucksvoll, wie sich ein komplexes Entsorgungsproblem in eine innovative und nachhaltige Lösung verwandeln lässt. Die bundesweit einzigartige Aufbereitungsanlage im Entsorgungszentrum Borg vereint technische Exzellenz, ökologische Verantwortung und wirtschaftliche Tragfähigkeit in einem Ansatz, der es verdient, in größerem Umfang nachgeahmt zu werden.

Dieses Vorzeigeprojekt zeigt, wie Umwelttechnik dazu beitragen kann, die Prinzipien der Kreislaufwirtschaft fest in der Infrastrukturplanung zu verankern – ein Engagement, das Prof. Burmeier Ingenieurgesellschaft mbH (BIG), als Teil von SIERA, das er bei jedem Projekt konsequent verfolgt.

Hast du in deinem Projekt ähnliche Herausforderungen bei der Entsorgung? Melde dich bei Prof. Burmeier Ingenieurgesellschaft mbH (BIG) – innerhalb der SIERA Netzwerk – noch heute und finde heraus, wie das Expertenteam dich dabei unterstützen kann, die richtige nachhaltige Lösung zu finden.

Engineering For A Better Tomorrow

Facebook
Twitter
LinkedIn

Neueste Blogs