Entwicklung einer widerstandsfähigen, erneuerbaren Infrastruktur im Herzen der Stadt
Die Bereitstellung nachhaltiger Energiesysteme für komplexe städtische Umgebungen erfordert tiefgreifendes technisches Fachwissen, langfristiges Denken und eine enge Zusammenarbeit mit den Projektbeteiligten bereits in den frühesten Planungsphasen. M&P Energie - Teil von SIERA, ist spezialisiert auf die Planung und Umsetzung von integrierten Energiekonzepten mit einem starken Fokus auf geothermische und erneuerbare Systeme für Infrastruktur, Industrie- und Stadtentwicklung Projekte. Als SIERA-Bündnis Mitgliedsunternehmen, M&P Energie trägt zu einem multidisziplinären Netzwerk von Umwelt- und Ingenieursexperten bei, die im Rahmen der gemeinsamen Mission zusammenarbeiten “Engineering for A Better Tomorrow”.”
Ein beispielhaftes Projekt, das diesen Ansatz verdeutlicht, ist das neue Betriebshof der ÜSTRA Glocksee in Hannover. Das Projekt zeigt, wie geothermische Energie erfolgreich in eine dichte städtische Infrastruktur integriert werden kann, um langfristig zuverlässige, kohlenstoffarme Wärme zu liefern - ohne den laufenden Betrieb zu stören.
Projekthintergrund: Modernisierung eines zentralen städtischen Betriebshofs
Der ÜSTRA Betriebshof Glocksee ist die zentrale Stadtbahnbetriebsstätte der ÜSTRA Hannoversche Verkehrsbetriebe AG und liegt strategisch günstig in der Nähe der hannoverschen Innenstadt zwischen den Flüssen Leine und Ihme. Das Gelände wird seit Jahrzehnten kontinuierlich genutzt, die bestehenden Gebäude wurden zwischen 1958 und 1980 errichtet.
Als Teil eines umfassenden Modernisierungsprogramms initiierte der Kunde eine schrittweise Umgestaltung des Geländes, wobei die veralteten Strukturen durch neue, zukunftsfähige Einrichtungen ersetzt werden bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung des täglichen Betriebs. Das Projekt wird in zwei Bauphasen durchgeführt und wird letztendlich drei neue Gebäude umfassen:
- Ein Werkstattgebäude
- Ein Betriebs- und Personalgebäude
- Eine Fahrzeughalle für die Stadtbahnflotte
Der Kunde hatte von Anfang an ein klares Ziel vor Augen: die Schaffung eines Konzept für eine erneuerbare und widerstandsfähige Wärmeversorgung die in der Lage sind, die langfristigen betrieblichen Anforderungen des Standorts zu erfüllen und gleichzeitig die Umweltauswirkungen deutlich zu reduzieren.
Energiekonzept: Geothermische Energie als Rückgrat
Um diese ehrgeizigen Ziele zu erreichen, M&P Energie wurde bereits in einem sehr frühen Projektstadium mit der Entwicklung und Validierung eines geeigneten Energiekonzepts beauftragt. Die daraus resultierende Lösung ist eine Hybridsystem, das geothermische Energie mit Fernwärme kombiniert, die sowohl Nachhaltigkeit als auch Versorgungssicherheit gewährleisten sollen.
Innerhalb dieses Systems, Geothermische Energie spielt eine zentrale Rolle, und deckt den Großteil des Wärmebedarfs des Standorts durch zuverlässigen Grundlastbetrieb. Die Fernwärme ergänzt das System und sorgt für zusätzliche Flexibilität und Redundanz in Spitzenlastzeiten.
Dieser integrierte Ansatz ermöglicht es dem Projekt, Umweltverträglichkeit, Betriebssicherheit und Wirtschaftlichkeit in Einklang zu bringen - wichtige Kriterien für kritische städtische Infrastruktur.
Von der Machbarkeit zur Umsetzung: Ein datengesteuerter Planungsprozess
Angesichts der Größe und Komplexität des Standorts wurde das geothermische System in einem strukturierten, mehrstufigen Planungsprozess entwickelt.
Durchführbarkeitsstudie
Das Projekt begann mit einer umfassenden Durchführbarkeitsstudie, Dabei wurden die geologischen Bedingungen, der erwartete Wärmebedarf, die Dimensionierung des Systems und die gesetzlichen Anforderungen untersucht. Diese frühe Analyse legte den Grundlage für fundierte Entscheidungen und Risikominderung.
Pilotbohrung und Standortuntersuchung
Validierung der Annahmen aus der Durchführbarkeitsphase, M&P Energie führte eine Felduntersuchung mit einer 150 Meter tiefes geothermisches Pilotbohrloch. Dieser Schritt lieferte wichtige standortspezifische Daten zu den Untergrundbedingungen und thermischen Eigenschaften.
Die aus der Pilotbohrung gewonnenen Erkenntnisse trugen maßgeblich dazu bei, das Systemdesign zu verfeinern und sicherzustellen, dass das endgültige Konzept sowohl technisch solide als auch für den langfristigen Betrieb optimiert ist.
Systemsimulation und Umweltbewertung
Aufbauend auf den Felddaten, M&P Energie durchgeführt. System-Simulationen, einschließlich einer 3D-Simulation der thermischen Einwirkungen auf den Untergrund. Diese Simulationen ermöglichten eine genaue Bewertung der Wärmeauskopplungs- und Regenerierungsszenarien über den gesamten Lebenszyklus des Systems.
Auf der Grundlage dieses robusten Planungs- und Überprüfungsprozesses hat die erteilte Genehmigungen Genehmigung für den Bau und den Betrieb der geothermischen Anlage.
Technische Systemübersicht
Die Geothermieanlage auf dem Betriebshof der ÜSTRA Glocksee ist so konzipiert, dass sie über viele Jahrzehnte zuverlässig und nachhaltig Wärme liefert. Die wichtigsten Merkmale der Anlage sind:
- 60 Erdwärmesonden, angeordnet in vier Stränge mit je 15 Sonden
- Sondentiefe: 150 Meter
- Bohrlöcher unter den Gebäuden installiert, Optimierung der Flächennutzung in der dichten städtischen Umgebung
- Jahreszeitliche Wärmebilanz durch die Sommerregeneration mit Photovoltaisch-thermische (PVT) Kollektoren
Durch die Integration von PVT-Kollektoren kann die im Sommer erzeugte überschüssige Wärme in den Boden zurückgeführt werden. Dieser Ansatz verwandelt den Untergrund effektiv in eine Saisonales Wärmespeichersystem, um die langfristige Leistung zu stabilisieren und die Umweltauswirkungen zu minimieren.
Überwachung, Stabilität und langfristige Effizienz
Um einen zuverlässigen Betrieb und Transparenz über den gesamten Lebenszyklus der Anlage zu gewährleisten, ist die geothermische Anlage mit einem umfassenden Überwachungskonzept ausgestattet:
- A Zentrale Temperaturüberwachungsstelle innerhalb des Sondenfeldes
- Temperatur- und Wärmezähler in den Flüssigkeitskreislauf integriert
Diese Überwachungsinfrastruktur unterstützt die kontinuierliche Leistungsbewertung, die frühzeitige Erkennung von Abweichungen und die langfristige Betriebsoptimierung.
Das System folgt einem klaren saisonaler Betriebszyklus:
- Winter: Wärmeentzug vom Boden zur Versorgung von Gebäuden
- Sommer: Reinjektion von überschüssiger Wärmeenergie durch PVT-Regeneration
Dieses Gleichgewicht gewährleistet hohe Betriebsstabilität, Effizienz und niedrige Betriebskosten, Das macht das geothermische System zu einer robusten Infrastrukturinvestition für die nächsten Jahrzehnte.
Geothermische Energie für die städtische Infrastruktur
Das Projekt ÜSTRA Betriebshof Glocksee zeigt, wie Geothermie auch in räumlich begrenzten, betrieblich sensiblen städtischen Umgebungen erfolgreich eingesetzt werden kann. Durch die Kombination Frühzeitige Beteiligung, datengestützte Planung und integrierte erneuerbare Technologien, M&P Energie hat eine Lösung entwickelt, die Umweltverantwortung und betriebliche Realität in Einklang bringt.
Da Städte und Infrastrukturbetreiber unter zunehmendem Druck stehen, den Kohlendioxidausstoß zu verringern, zeigen Projekte wie dieses, welch wichtige Rolle geothermische Systeme bei der Bereitstellung von Energie spielen können. langfristige, klimaresistente Wärmeversorgung.
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