{"id":3600,"date":"2026-01-13T14:46:43","date_gmt":"2026-01-13T14:46:43","guid":{"rendered":"https:\/\/siera.com\/?p=3600"},"modified":"2026-01-13T14:46:43","modified_gmt":"2026-01-13T14:46:43","slug":"recycling-ban-for-mineral-waste-with-intentionally-added-asbestos","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/siera.com\/de\/recycling-ban-for-mineral-waste-with-intentionally-added-asbestos\/","title":{"rendered":"Recyclingverbot f\u00fcr mineralische Abf\u00e4lle mit absichtlich zugesetztem Asbest"},"content":{"rendered":"<p>Im Bereich der Umwelttechnik wird der fachgerechte Umgang mit mineralischen Abf\u00e4llen immer wichtiger - vor allem, wenn es sich um Asbest handelt. Gesetzliche Vorgaben, technische Grenzwerte und Arbeitsschutzbestimmungen stellen hohe Anforderungen an Planung, R\u00fcckbau und Entsorgung.<\/p>\n<p>Vor diesem Hintergrund befasst sich dieser Artikel mit den\u00a0<strong>Recyclingverbot f\u00fcr mineralische Abf\u00e4lle mit absichtlich zugesetztem Asbest<\/strong>. Die Einstufung erfolgt aus umwelttechnischer und rechtlicher Sicht und ist insbesondere f\u00fcr Infrastruktur-, Verkehrs- und Tiefbauwerke relevant. Die technische Einstufung erfolgt u.a. im Rahmen der Umweltexpertise von\u00a0<strong>BIG - Mitglied der SIERA-Allianz<\/strong>.<\/p>\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Technischer Hintergrund: Asbest in mineralischen Baustoffen<\/strong><\/h3>\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Unterscheidung zwischen nat\u00fcrlichem und absichtlich zugesetztem Asbest<\/strong><\/h4>\n<p>Vor allem die stark beanspruchten Stra\u00dfenbel\u00e4ge bestehen oft aus basischen, magmatischen Gesteinen wie Basalt, Diabas oder Gabbro, die nat\u00fcrliche Anteile an Asbestmineralien enthalten k\u00f6nnen. Vor allem in den 1960er und 1970er Jahren wurden Asbestfasern auch absichtlich zugesetzt (z. B. in Fugenabdichtungen f\u00fcr Betonfahrbahnen oder asbesthaltige Abstandshalter in Br\u00fcckenbauwerken).<\/p>\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Rechtlicher Rahmen: Chemikalien-, Gefahrstoff- und Abfallrecht<\/strong><\/h3>\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Verbote nach ChemVerbotsV und REACH<\/strong><\/h4>\n<p>Nach \u00a7 3 Abs. 1 der Chemikalien-Verbotsverordnung (ChemVerbotsV) in Verbindung mit Anhang XVII der Verordnung (EG) Nr. 1907\/2006 (REACH-Verordnung) sind die Herstellung, das Inverkehrbringen und die Verwendung von Asbestfasern sowie von Erzeugnissen und Gemischen, denen diese Fasern absichtlich zugesetzt werden, verboten. Dieses Verbot gilt nicht f\u00fcr nat\u00fcrlich vorkommende mineralische Rohstoffe und Zubereitungen sowie daraus hergestellte Erzeugnisse, die Asbest mit einem Massengehalt &lt; 0,1 % enthalten.<\/p>\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Abgrenzung nach der Gefahrstoffverordnung<\/strong><\/h4>\n<p>Nach \u00a7 16 (2) in Verbindung mit Anhang 2 Nr. 1 (Asbest) der Gefahrstoffverordnung ist die Gewinnung, Aufbereitung, Weiterverarbeitung und Wiederverwendung von nat\u00fcrlich vorkommenden mineralischen Rohstoffen und daraus hergestellten Zubereitungen und Erzeugnissen, die Asbest enthalten, erst ab einem Massengehalt von 0,1 % verboten.<\/p>\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Einstufung nach TRGS 517 und Abfallrecht<\/strong><\/h3>\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Grenzwerte und Deklaration<\/strong><\/h4>\n<p>Nach den Vorgaben der TRGS 517 m\u00fcssen Schichten mit einem Anteil an lungeng\u00e4ngigen Asbestfasern nach WHO &lt; 0,008 M.-% als \u201easbestfrei\u201c deklariert werden. \u201eBesondere Ma\u00dfnahmen\u201c f\u00fcr Arbeitsschutz und Sicherheit sind nicht erforderlich. Bei einem Asbestanteil WHO \u2265 0,008 M.-% m\u00fcssen die Schichten als \u201easbesthaltig\u201c deklariert werden, werden aber bis zur Grenze von 0,1 M-% als \u201enicht gef\u00e4hrlicher Abfall\u201c eingestuft.<\/p>\n<p>Nach der Gefahrstoffverordnung d\u00fcrfen Gemische und Produkte mit einem Asbestgehalt von weniger als 0,1 M.-% wiederverwendet werden. Unabh\u00e4ngig davon sind bei der Entfernung asbesthaltiger Schichten \u201ebesondere Ma\u00dfnahmen\u201c f\u00fcr den Arbeitsschutz erforderlich.<\/p>\n<p>Ab einem Massengehalt von \u2265 0,1 M.-% handelt es sich um Abfall, der nicht mehr in Verkehr gebracht werden darf und als gef\u00e4hrlicher Abfall entsorgt werden muss.<\/p>\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Messergebnisse und Bewertung<\/strong><\/h3>\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Keine Rundung der Analysewerte<\/strong><\/h4>\n<p>Bitte beachte bei der Angabe der Ergebnisse: Die Werte werden nicht gerundet, d.h. ein Ergebnis von z.B. 0,099 M.-% wird nicht auf 0,1 M.-% aufgerundet. Das bedeutet, dass der Wert unter dem Wert von 0,1 M.-% liegt und daher als \u201enicht gef\u00e4hrlicher Abfall\u201c eingestuft wird.<\/p>\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Besonderes Merkmal: Absichtlich hinzugef\u00fcgtes Asbest<\/strong><\/h3>\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Ausschluss aus der Kreislaufwirtschaft<\/strong><\/h4>\n<p>F\u00fcr absichtlich zugef\u00fcgtes Asbest gibt es keine Ausnahmen von den Beschr\u00e4nkungsvorschriften. Sobald Asbest entdeckt wird, muss er gem\u00e4\u00df der ChemVerbV in Verbindung mit der REACH-Verordnung aus der Kreislaufwirtschaft entfernt werden, unabh\u00e4ngig von seinem Massengehalt.<\/p>\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Abriss, Trennung und Massenbeobachtung<\/strong><\/h3>\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Unver\u00e4nderter Originaltext:<\/strong><\/h4>\n<p>Stellt sich heraus, dass Asbestprodukte verwendet wurden, muss im Hinblick auf das KrWG gepr\u00fcft werden, ob diese Produkte vom Rest des Geb\u00e4udes getrennt werden k\u00f6nnen. Ist dies nicht der Fall, ist eine Massenanalyse erforderlich, d.h. die Masse des Asbests muss in die Masse des Geb\u00e4udes umgerechnet werden.<\/p>\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>M\u00f6gliche Konstellationen f\u00fcr die Entsorgung<\/strong><\/h4>\n<p>\u27a2 Betr\u00e4gt der Massenanteil weniger als 0,1 M.-%, m\u00fcssen die Abbruchabf\u00e4lle als nicht gef\u00e4hrliche Abf\u00e4lle mit dem Abfallschl\u00fcssel 17 01 01 Beton mit dem Zusatz \u201eenth\u00e4lt Asbest\u201c auf einer daf\u00fcr zugelassenen Deponie entsorgt werden.<\/p>\n<p>Bei einem Massenanteil von \u2265 0,1 M.-% muss das Abbruchmaterial als gef\u00e4hrlicher Abfall mit dem Abfallschl\u00fcssel 17 06 05* Asbesthaltige Baustoffe auf einer daf\u00fcr zugelassenen Deponie entsorgt werden.<\/p>\n<p>Es ist nicht zul\u00e4ssig, den Asbestgehalt auf das gesamte Abbruchmaterial hochzurechnen, um die Erkl\u00e4rung \u201easbestfrei\u201c abzugeben. Wenn asbesthaltige Abstandshalter vorhanden sind, muss das gesamte Abbruchmaterial als \u201easbesthaltig\u201c eingestuft werden.<\/p>\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Bedeutung f\u00fcr die Praxis im Umwelt- und Ingenieurbereich<\/strong><\/h4>\n<p>F\u00fcr Ingenieur- und Umweltprojekte - insbesondere im Verkehrs- und Infrastrukturbau - ist die\u00a0<strong>Korrekte Klassifizierung des Asbestgehalts<\/strong>\u00a0entscheidend f\u00fcr die Planungssicherheit, den Arbeitsschutz und die rechtskonforme Entsorgung. Spezialisiertes Fachwissen, wie es zum Beispiel von\u00a0<strong>BIG- Mitglied der SIERA-Allianz<\/strong>\u00a0Der Bereich Umwelttechnik unterst\u00fctzt Kunden bei der rechtssicheren Umsetzung komplexer Anforderungen.<\/p>\n<p>\ud83d\udc49\u00a0<strong>Planst du Abbruch-, Renovierungs- oder Infrastrukturma\u00dfnahmen mit mineralischen Abf\u00e4llen?<\/strong><br \/>\nDie Experten von\u00a0<strong><a href=\"https:\/\/burmeier-ingenieure.de\/en\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">BIG- Mi<\/a><a href=\"https:\/\/burmeier-ingenieure.de\/en\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Mitglied der SIERA Alliance<\/a><\/strong>\u00a0unterst\u00fctzen dich mit fundierter Umweltberatung und praktischen L\u00f6sungen - ganz im Sinne der\u00a0<strong>Technik f\u00fcr ein besseres Morgen<\/strong>.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In the field of environmental engineering, the professional handling of mineral waste is becoming increasingly important &#8211; especially when asbestos is involved. Regulatory specifications, technical limits and occupational health and safety requirements place high demands on planning, dismantling and disposal. 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